Führen Frauen anders?

Ein Salongespräch im Rückblick

 

Am 27. April widmeten wir uns im Salon dem Thema „Frauen in Führungspositionen“ und luden (nicht nur) Frauen aus unterschiedlichen Berufsfeldern zum Gespräch. In einer spannenden Runde, bestehend aus fünf Frauen und zwei Männern, debattierten wir unter anderem über Bedeutung und Herausforderungen von weiblichen Führungskräften in der heutigen Gesellschaft und wagten einen Blick in die Zukunft.

Das Salongespräch war eine sehr spannende Erfahrung, sowohl die Runde der Teilnehmerinnen und Teilnehmer als auch das Ambiente fand ich beeindruckend. Als sehr angenehm habe ich auch die ruhige Art empfunden, mit der Herr König durch den Abend geführt hat. (Gesprächsteilnehmerin)

Im Gespräch wurde man sich schnell darüber einig, dass sich an den herrschenden Bedingungen wenig ändern wird, „solange Frauen in Führungspositionen noch als etwas Besonderes und nicht als etwas Selbstverständliches angesehen werden„. Ein wichtiger Aspekt lautete: „Es geht nicht darum, dass Frauen den Führungsstil von Männern kopieren (was sie leider häufig tun), sondern dass sie ihren individuellen Führungsstil entwickeln“.

Dabei seien folglich „die Frauen selbst gefordert, sich als Führungspersönlichkeiten zu entwickeln und ihren Platz in der Wirtschaft einzufordern“. Allerdings sollte nicht etwa eine Frauenquote relevant sein, denn es gehe nicht darum „zu entscheiden, ob eine Position von einem Mann oder einer Frau besetzt werden solle, sondern darum, wer am besten für die Aufgabe geeignet“ sei.

Zwei der Teilnehmerinnen führen ihren erfolgreichen beruflichen Werdegang mitunter darauf zurück, dass sie in der ehemaligen DDR aufgewachsen bzw. von einem sozialistisch geprägten Elternteil erzogen wurden. Im Sozialismus hätten sich Frauen und Männer gleichermaßen beruflich bewähren müssen – eine Geschlechtertrennung habe es so nicht gegeben, hieß es.

Ich fand die Atmosphäre sehr einladend und die Runde recht interessant. Vielen Dank nochmal für die Einladung und speziell an Herrn König für den schönen „Ausklang“ des Abends. (Diskutantin)

Als einen der wichtigsten Ansätze konnten wir daher Folgendes festhalten: Wenn wir der Frage nachgehen wollen, warum es so wenige Frauen in Führungspositionen gibt, müssen wir bei der Art und Weise ihrer Erziehung und Bildung anfangen. Bereits an dieser Stelle muss sich vieles ändern. Das wäre nicht alles, aber ein bedeutender und sinnvoller Schritt.