Die Rückkehr der Salonkultur

Im Unternehmersalon finden vorbereitete, informative, moderierte Debatten im Stil des traditionellen Salons statt. Zukunftsthemen aus Unternehmertum, Wirtschaft und Politik stehen zur Diskussion. Die Themen sind von besonderer Bedeutung für die werteorientierte Führung von Unternehmen und Organisationen. Sie richten sich auch an diejenigen, die an Unternehmen interessiert und beteiligt sind.

In diesem Sinne fungiert der Salon im Schloss als Netzwerk von Unternehmern. So trägt der Salon im Schloss seinen historischen Vorbildern und den Umständen einer sich im Wandel befindenden Zeit in mehrfacher Hinsicht Rechnung. Er verbindet Tradition mit Zukunft und vereint Bewährtes mit Neuem.

Im Zeitalter der Globalisierung, in der elektronische Netzwerke und digitale Kommunikation zunehmend an Bedeutung gewinnen, wird das persönliche Gespräch immer mehr gesucht. Der Salon erfüllt den zunehmenden Wunsch nach Begegnung im kleinen Kreise. Er ist Diskussions- und Kommunikationsforum und schafft Freiräume für zeitkritische Diskussionen in der Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts.

Die Kultur des Salons im Schloss

Vertrauen und Schweigepflicht

Über persönliche und unternehmensinterne Informationen, die im Salon angesprochen werden, wird Stillschweigen bewahrt. Mit den Namen der Gäste wird nicht geworben, ihre Namen werden nicht an Dritte weitergegeben.

In unserem Kreis gilt die Chatham-House-Regel. Sie wurde 1927 im Royal Institut of International Affairs in London, dem Chatham House erfunden und fördert eine offene Gesprächsatmosphäre. Den Teilnehmern an den Salongesprächen ist es erlaubt, die erhaltenen Informationen zu verwenden, doch dürfen sie weder die Identität noch die Zugehörigkeit eines Teilnehmers offenlegen. So kann jeder sagen was er will, ohne Sorge, dadurch später Unannehmlichkeiten zu bekommen. Symbolisiert wird diese Regel durch die Schweigerose über der Tür.

Redefreiheit und Verantwortung

Jede Meinung ist wichtig. Einschätzungen, Haltungen und persönliche Erfahrungen sind gefragt. Die Gäste des Salons im Schloss nehmen aktiv an der Debatte teil, bringen ihre Meinung ein und vertreten ihren Standpunkt. Redner achten auf eine verständliche Darstellung ihrer Meinung und können sich darauf verlassen, diese ohne Unterbrechung darlegen zu können. Jeder übernimmt Verantwortung für das, was er sagt. Symbolisiert wird dies durch das Bild von einem Narr (Narrenfreiheit = Redefreiheit).

Respekt und Wertschätzung

Die Veranstaltungen im Salon im Schloss sind von gegenseitigem Respekt und von Wertschätzung geprägt. Jeder wird ernst genommen und auf seine Beiträge wird eingegangen. Auf Selbstdarstellungen und persönliche Profilierung wird verzichtet. Der Salon ist kein Laufsteg für Eitelkeiten, da geht es ums Kennenlernen und nicht ums Repräsentieren. Der Nutzen, den der Einzelne mit seinen Beiträgen für die Debatte bringt steht im Vordergrund. Symbolisiert wird diese Grundhaltung durch das Kreuz.

Die 3 Symbole im Salon

Die Schweigerose

Unter einer „Schweigerose“ versteht man eine stilisierte Rose, die in Rittersälen, in Klöstern, über Beichtstühlen oder in Sitzungszimmern zu finden ist. Sie symbolisierte das Versprechen, dass das gesprochene Wort den Raum nicht verlässt. Häufig ist das Rosensymbol auch auf mittelalterlichen Gebrauchsgegenständen wie Besteck, Krügen und Bechern anzutreffen. Hieraus wird abgeleitet, dass ein Gast über die gesprochenen Worte im Haus Stillschweigen zu wahren habe. Die Schweigerose sagt auch: Von dem, was hier gesprochen wird, darf nichts gegen die Sprechenden verwendet werden. Die Schweigerose ist somit ein „Ehrenschutz“, ein Symbol der Verschwiegenheit – dies gilt auch im Salon im Schloss.

Den Narren

Er symbolisiert die Narrenfreiheit und bezeichnet das Recht des Narren, (dem Herren) eine unbequeme Wahrheit zu sagen, ohne dafür bestraft zu werden. Wurden seit dem 12. Jahrhundert Hofnarren zur Belustigung der Herrscher bei Hofe gehalten, wurden sie später zu weisen Ratgebern der Herrscher. „Höfliches“ Verhalten verbot, dem Herrscher die Wahrheit zu sagen – das konnte sich nur ein Narr erlauben, der eben dieses besondere Recht besaß. Ein Narr ist Synonym für Weisheit, Authentizität, scharfe, klare Kritik – Eigenschaften, die auch in den Salongesprächen gefragt sind.

Das Kreuz

Ein Kreuz besteht aus seinen geometrischen Einzelkomponenten, nämlich aus einer vertikalen und einer horizontalen Linie. Die horizontale Linie steht symbolisch für die Erde, so wie die vertikale Linie auf den Himmel deuten lässt. Die Verbindung dieser beiden Linien zu einem Kreuz symbolisiert somit die gleichmäßige Verbindung von Himmel und Erde. Außerdem unterteilt ein Kreuz in vier Teile. Es ist kein Wunder, dass dem Kreuz, das alle Richtungen der Wege symbolisch darstellt, die ein Mensch in seinem Leben beschreitet, eine religiöse Bedeutung gegeben wurde. In der christlichen Religion steht es für Liebe und Frieden, im Salon für Wertschätzung und Respekt.

Salonkultur

Die Kunst im Salon

Der Salon ist mit Bildern ausgestattet, die nach Motiven von David Schneuer für den Salon gemalt worden sind.

Schneuer, geb. 1905 in Przemyśl, damals Österreich-Ungarn, gest. November 1988 in Israel war ein polnischer Bühnenbildner und Plakatmaler. Seine Familie plante zunächst die Emigration nach Amerika. Während eines Aufenthaltes in Hamburg, traf sie jedoch den Entschluss, in Deutschland zu bleiben. Bis zum 18. Lebensjahr lebte Schneuer in München. 1923 besuchte er die Kunstakademie Paris. Danach wurde er als Bühnenbildner und Plakatmaler am Münchner Schauspielhaus tätig. 1933 wanderte David Schneuer nach Israel aus. Hier lebte und arbeitete er bis zu seinem Tode Ende 1988.

In dieser Zeit entstanden zahlreiche Wandgemälde, die auf vielen öffentlichen Plätzen und Ozeanschiffen in Israel und im Ausland ausgestellt wurden. Schneuers Kunst ist stark beeinflusst von den goldenen Zwanziger Jahren. Seine Werke sind weltweit in Museen und Privatsammlungen zu finden. Schneuer schuf unter anderem für Berthold Brecht das Bühnenbild der Dreigroschenoper.